In den dreißiger Jahren gab es ein Tabakwarengeschäft in der Bürgerstraße 31, dessen  jüdischer Geschäftsinhaber Samson Barusch Wurzel und seine Tochter Anna in der Bürgerstraße 57 wohnten.

Samson Baruch Wurzel hatte eine Tochter, namens Anna, welche ihn im Geschäft, aufgrund seines hohen Alters, unterstützte. Vater Wurzel, ursprünglich aus Polen (Galizien) stammend, hatte drei Kinder, zwei Söhne, einer war im I. Weltkrieg ehrenhaft als Offizier gefallen, und Josef, der den Vater verließ und nach Krakow in Polen zurück ging, um der Verfolgung durch das nationalsozialistische Regiem zu entgehen. Tochter Anna blieb beim Vater, der schon seit langem verwitwet war. Die Fensterscheiben seines Geschäft wurden in der Kristallnacht am 9.11.1938 eingeschlagen und das Geschäft ausgeraubt.

Vater und Tochter Wurzel bekamen den Antisemitismus sehr heftig zu spüren. Im Frühjahr des Jahres 1943, Samson Wurzel war mittlerweile 85 Jahre alt, musste er sich ins israelitische Krankenhaus begeben. Von dort aus schickte man ihn ein paar Wochen später auf die lange Reise nach Theresienstadt. Noch während der Vater sich im Krankenhaus befand, das Geschäft existierte zu der Zeit nicht mehr, deportierte man seine Tochter Anna nach Auschwitz – Birkenau. Ungewiss bleibt, ob Anna Wurzel, so wie ihr Vater ebenfalls noch Monate überleben konnte, denn sie traf es ungleich schwerer im Vernichtungslager. Ihr Leben endete dort um das Jahr 1943, der Todestag ist unbekannt, so sagt es ein lapidarer Vermerk. Auch von Sohn Josef verliert sich jede Spur in einem Ghetto in Krakow.